Wie fange ich an…

Vielleicht bist du gerade auf diese Seite gestoßen, weil dich die gleiche Frage quält. Wir fangen gerade an und können uns den Prozess und das Endergebnis nicht wirklich vorstellen. Ich war selbst auf der Suche nach vielen verschiedenen Antworten auf meine Fragen. Womit fängt man an? Was muss ich vorab leisten? Was kann ich während des Baus leisten um vielleicht etwas zu sparen? Worauf sollte man achten? Und vieles anderes, an das man sich einfach nicht mehr erinnert. Ich habe einen strukturierten Mann, der mich davor bewahrt das Pferd von hinten aufzuzäumen. 🙂
Unsere Situation ist etwas speziell. Wir haben uns gegen Ende 2016 entschieden, dass wir uns gern ein Haus kaufen wollen. „Haus kaufen“ heißt fertig – etwas renovieren und einziehen war der Gedanke. Nun haben die Preise in unserer Stadt aber so angezogen, dass wir bei der Suche immer weiter vom Zentrum  entfernten. Am Ende fanden wir ein Haus außen hui innen pfui, das selbst bei 35 km außerhalb noch weit über dem lag, was wir für so etwas zahlen wollten. Mein Mann sagte, da könnten wir auch den „Hof“ seiner Großeltern übernehmen und so sollte es sein.

Es kam aber wie es kommen musste. Im Zuge der Grundstücksübernahme stellte sich heraus, dass der Hof zu insgesamt rund 670 Grundstücken in ganz Deutschland zählte, die noch nicht vermessen worden sind (ungetrennte Hofräume), da der Landkreis das verschlafen hat. Dieses Problem war bekannt, allerdings musste hier erst wieder ein Beschluss vom Bundestag verabschiedet werden, der die Grundstücke wieder verkehrsfähig machte. Es begann das Warten.
Mit den Einzelheiten will ich nicht langweilen. Das Verfahren dauert an sich noch mindestens bis 2025 und 2017 ist mittlerweile rum, aber der Beschluss ist durch wir können theoretisch bauen.

2017 – ein schönes Jahr. Wir haben es genutzt, um das Gelände zu entrümpeln, einen kleinen Garten aufzuhübschen, eine Riesenwurzel auszugraben, zu grillen und ein Scheunendach einzureißen. Auf dem Gelände, auf dem wir bauen möchten, steht eine „Scheune“. Diese muss weg. Wir dachten, wir machen das in guter alter Handarbeit und haben das Scheunendach mittels Traktor eines Freundes runtergeholt.

Das Dach ist weg – der Giebel auch. Etwas unbeabsichtigt, aber endlich kommt mal Licht auf den Heuboden.

Wäre auch alles super gelaufen, wäre dabei nicht der Giebel des Haupthauses in dem Oma und Opa noch wohnen rausgehoben worden – Uiuiuiuiui… Also gab es neben kaputt machen auch einige Reparaturen in 2017. In der Hoffnung, dass der Bauantrag später schneller über die Bühne geht, haben wir auch noch eine Bauvoranfrage gestellt, die schon mal positiv ausfiel und nach einem groben Gespräch mit der Bank gab es als Weihnachtsgeschenk die Zusage, dass wir einen Kredit bekommen. Das mit dem Kredit ist

hier nicht so einfach, da das Grundstück zwar mittlerweile meinem Mann gehört, aber wir den Großeltern ein lebenslanges Wohnrecht garantieren und das sieht keine Bank wirklich gern. Und dann noch das Problem mit den ungetrennten Hofräumen – jede städtische Bank sagt da: „Bleibt weg, wir brauchen euch und eure Probleme nicht.“
Daher können wir nur empfehlen eine ländliche Bank (in unserem Fall die Volksbank) aufzusuchen. Hier kennt man sich eher mit Problemchen aus und ist bemüht eine Lösung zu finden. Man mag es nicht unterstellen, aber die ländlichen Banken brauchen Vertragsabschlüsse, um zu überleben.

Und da sind wir schon bei dem heutigen Tag.
Unser erster gemeinsamer Gang zum Architekten. Voller Vorfreude, denn das ist ja doch eine Unternehmung, die bestimmt wo du Wurzeln schlägst (von dramatischen Trennungen und daraus resultierenden Privat-Insolvenzen wollen wir hier nicht anfangen und auch nicht dran denken) gingen wir nun in das Gespräch und dann war das völlig unspektakulär.
Ich hatte mir im Vorfeld schon einige Gedanken gemacht, wie die Aufteilung im Haus sein soll. Bestimmte Dinge waren vorgegeben, da wir ohne Keller bauen und der Weg der verlegten Medien möglichst kurz sein soll (Vorgabe meines Mannes um Zusatzkosten zu vermeiden). Hierbei gibt es verschiedene Programme. Wir versuchten es mit SweetHome3D . Es gibt sicher auch bessere Programme für die man Geld hinlegt, aber für unsere Zwecke war das völlig ausreichend.
Wir haben also gesagt, dass wir bauen möchten und wir uns schon Gedanken gemacht haben. Wir haben direkt die Ausdrucke von SweetHome ausgepackt und da war das Ding schon geritzt. Wir haben nur noch ein Kontaktformular ausgefüllt, unser Architekt macht am PC alles fertig und dann können wir in seinem Superprogramm schauen, ob wir noch etwas schieben wollen. Von der Grobkalkulation sagte er, dass man momentan mit 1800€/qm rechnen sollte. Kann mehr, kann weniger – je nachdem, was man verbauen möchte. Wir waren von 1600€/qm ausgegangen. Hausaufgabe für uns – nachkalkulieren! Aber solange der Zins noch niedrig ist, ziehen die Firmen kostentechnisch an. Momentan wird gebaut wie verrückt. Die Firmen kommen kaum hinterher und wir verstehen, dass der Markt da macht was er will. Tendenziell geht der Zins die nächsten Jahre wieder nach oben. Bleibt abzuwarten, wie sich die Kosten  insgesamt entwickeln werden.

Soweit erst einmal für’s Erste.  🙂